aktives Erwartungsmanagement

Aktives Erwartungsmanagement als Zukunftskompetenz

Haben Sie sich schon ein Mal Gedanken gemacht, wie stark Erwartungen unser Leben lenken – sowohl beruflich, als auch privat. Und wie viel Kraft und Energie der Umgang mit enttäuschten Erwartungen kostet, zum Beispiel im Unternehmen?

Humberto Maturana sieht als zentrale Frage, ob der Mensch bereit ist, bei Unerwartetem die eigene Haltung zu verändern: Die Enttäuschungen, die man erlebt, müssen dann nicht notwendig in eine tiefe Frustation und Verärgerung münden, sie können auch ganz undramatissch eine neue Sicht begründen. Man erkennt ohne große Anstrengung, dass sich die eigenen Erwartungen nicht erfüllen – und orientiert sich um.

Der gesellschaftliche Umgang mit nicht erfüllten Erwartungen sieht heutzutage allerdings anders aus. Menschen bauen hohe Erwartungen an ihr Gegenüber auf, sei es an den Partner, die Kinder, den Arbeitgeber, den Arbeitnehmer, die Politik, an das Leben insgesamt. Nachdem eine Erwartung aufgebaut wurde, erkennt der Produzent  seine Konstruktion nicht mehr als Eigenleistung, sondern sieht sie als etwas ihm Zustehendes und ihre Nichterfüllung als Kränkung. Wenn nicht gar als Unverschämtheit seitens dessen, der sie vermeintlich enttäuscht.

die Erwartungen anderer, sind die Erwartungen anderer Reinhard K. Sprenger

Die Erwartungen anderer sind die Erwartungen anderer

Matthias Horx schlägt ein “Erwartungsmanagement” vor und bewundert die Gelassenheit seiner Großmutter Hildegard in seinem Buch „Zukunft wagen“, die den Menschen und der Welt etwas zutraute und die Dinge nahm, wie sie kamen – eben “Hildegardness”.

Wie könnte ein nützliches Erwartungsmanagement  praktisch aussehen?

Wäre nicht der erste wesentliche Schritt, mir bewusst zu machen, dass meine Erwartungen an mich gebunden  und meine mentale Eigenleistung sind? Dass sie meiner Verantwortung obliegen, und der andere  nicht unbedingt verpflichtet ist, meine Erwartungen zu erfüllen, so wie auch ich nicht zwangsläufig verpflichtet bin, den Erwartungen des anderen nach zukommen.

Ich kann mir dann unbeschwert von Kränkung und langwieriger Enttäuschung die Frage stellen: Wie gehe ich mit der konkreten Situation pragmatisch um?

Die Entscheidung liegt bei mir!